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16.02.2006: Neue Studie "Globalisierung des Mittelstandes" erschienen
Globalisierung des Mittelstandes: Chancen und Risiken
Mittelstand und Globalisierung: Märkte Mittel- und Osteuropas von hoher Bedeutung
Neuss, 16.02.2006
Die deutschen Mittelständler haben sich auf die zunehmende Globalisierung der
Wirtschaft eingestellt und sind im europäischen Vergleich überdurchschnittlich stark international engagiert. Das geht
aus der aktuellen Studie „Die Globalisierung des Mittelstandes: Chancen und Risiken“ hervor, die die KfW
Bankengruppe und der Verband der Vereine Creditreform am Montag in Berlin vorgelegt haben.
Fast ein Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen ist demnach im Exportgeschäft aktiv, zwei Drittel der
mittelständischen Exporte fließen in Länder der Europäischen Union. Als Ziel von Direktinvestitionen spielen die
mittel- und osteuropäischen Länder für den Mittelstand eine sehr viel größere Rolle als für die Gesamtwirtschaft.
„Die Globalisierung bietet den deutschen Mittelständlern Chancen – und sie nutzen sie“, betonte
Prof. Dr. Helmut Rödl, Vorstandsmitglied des Verbands der Vereine Creditreform. Wesentliches Motiv für die
Auslandsengagements ist die Erschließung neuer Absatzmärkte. Eine mögliche Kostenersparnis durch Produktionsverlagerung
ist hingegen von nachgeordneter Bedeutung. Als weitere Triebkräfte der Globalisierung identifizierten KfW Bankengruppe
und Creditreform die Verlagerung der Fertigungen von Großkunden, denen der Mittelstand folgte, sowie eine aufgrund
schwacher Binnennachfrage steigende Attraktivität ausländischer Märkte. Technischer Fortschritt und sinkende Transport-
und Kommunikationskosten haben zudem die mit Direktinvestitionen verbundenen Fixkosten reduziert und
Markteintrittsbarrieren gesenkt. Dies erleichtert kleineren und mittleren Unternehmen, die generell niedrigere
Investitionsvolumina stemmen als große, den Schritt ins Ausland.
Das Auslandsengagement gehe, trotz häufig anders lautender Befürchtungen, nicht zwangsläufig zu Lasten der
Arbeitsplätze in den Heimatländern: „Wesentliche Investitionsmotive sind laut unserer Befragung die Erschließung
neuer und die Sicherung bestehender Märkte. Lohnkostenvorteile, Subventionen oder günstigere Bezugsquellen im Ausland
spielen eine weniger wichtige Rolle.“
Die neue Studie liefert erstmals detaillierte Aussagen über Art und Umfang der von kleinen und mittleren Betriebe
durchgeführten Direktinvestitionen. Die Datenlage zu diesem Thema ist bislang sehr lückenhaft, weil die amtliche
Statistik aufgrund bestehender Meldegrenzen die mittelständischen Direktinvestitionen unterzeichnet. Die KfW
Bankengruppe und Creditreform haben deshalb gemeinsam versucht, dieses Defizit zu kompensieren. Die jetzt vorgelegte
Studie basiert auf einer Befragung von 4.000 Unternehmen im Herbst 2005, auf Daten des KfW-Mittelstandspanels sowie auf
einer Auswertung von 2300 KfW-geförderten Aus-landsinvestitionen kleiner und mittlerer Unternehmen.
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